»Da steht ein Pferd auf‘m Flur…« – warum Antispeziesismus kein harmloser Schlager ist

Antispeziesismus scheint salonfähig geworden zu sein. Der Begriff wird immer häufiger von sich linksradikal verstehenden Gruppierungen, meist zur Abgrenzung von der nicht radikal genug erscheinenden Forderung nach Tierrechten, verwendet. Antispeziesismus fordert insbesondere die »Auflösung der Herrschaft zwischen Mensch und Tier«1 , die sich durch die »Hervorhebung« der »Andersartigkeit« einer Gruppe (Spezies) legitimiert2. Geprägt wurde der Begriff von dem australischen Moralphilosophen, Bioethiker und Politologen Peter Singer, einem Euthanasie-Befürworter. Antispeziesismus findet sich in aktuellen ›linken‹ antispeziesistischen Publikationen wie selbstverständlich in einer Reihe mit Antisexismus, Antirassismus und Antikapitalismus. Diese Gleichstellung wird teils mit einer Distanzierung der AntispeziesistInnen gegenüber Peter Singer legitimiert. Es wird davon ausgegangen, dass es einen Antispeziesismus frei von singerscher Prägung gäbe, der als progressives Konzept für eine herrschaftsfreie Gesellschaft eingesetzt werden könne. Dies bezweifeln wir3 grundlegend, hatten aber zu lange gehofft, dass es sich beim ›linken‹ Antispeziesismus nur um eine vorübergehende Laune handelt. Doch über dieses Unwesen lässt sich nicht mehr hinwegsehen und so müssen wir unsere politische Ignoranz aus folgendem Grund aufgeben: Das Pferd steht auf ’m Flur. Vom 7. bis 10. August 2008 ist im Unabhängigen Jugendzentrum (UJZ) Korn in Hannover auf Initiative der Herrschaftskritischen AntispeziesistInnen Hannover (HAH) ein Antispeziesismus-Kongress geplant.4

Uns geht es in erster Linie um die Kritik des Konzeptes Antispeziesismus. Dieses lässt sich nicht aus einem neoliberalen, die deutsche Vergangenheit beschönigenden Pro-Euthanasie-Diskurs um Singer lösen, ob eine Distanzierung von Singer seitens ›linker‹ AntispeziesistInnen stattfindet oder nicht. Wir wollen mit unserer Kritik zeigen, auf welches ideologische Gebäude sich mit dem Antispeziesismus berufen wird und wie neoliberale und menschenverachtende Positionen in linksradikale Diskurse Eingang finden. Das Ziel unseres Textes ist, zu vergegenwärtigen, warum Antispeziesismus und ein solcher Kongress aus linker Perspektive völlig inakzeptabel sind.

Wir beginnen mit einem Rückblick auf die linke Kritik an Singer. Hierbei richten wir unser Augenmerk insbesondere auf die damals formulierten Kritikpunkte: Zum einen die Bestärkung deutscher Schuldabwehr nach 1945. Zum anderen die damit einhergehende Kritik an einem Euthanasiediskurs ›frei‹ von deutscher Geschichte sowie die durch diesen ›freien‹ Euthanasiediskurs entstehenden Anknüpfungspunkte für rechte Ideologien. Diese Kritikpunkte werden wir, nachdem wir auf Singers Ethik und sein Konzept des (Anti-)Speziesismus eingegangen sind, hauptsächlich am ›linken‹ hannoverschen Antispeziesismus überprüfen und darlegen, dass ein Antispeziesismus frei von Singer ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und so resümieren wir damit, dass es aus einer linksradikalen Position heraus dringend notwendig ist, das Konzept des Antispeziesismus zu verwerfen. Los geht’s.

Die Kritik an der ›Entnazifizierung‹ des Euthanasie-Diskurses durch
Singers Thesen

Ende der 1980er Jahre öffnete Peter Singer durch sein Auftreten in der Rolle eines ›unbequemen Freigeistes‹ Tür und Tor für eine vermeintlich unvoreingenommene Diskussion über Euthanasie und damit einhergehend eine Abwicklung deutscher Vergangenheit. Ausschlaggebend waren Aussagen aus seinem Repertoire wie:

Die Nazis haben fürchterliche Verbrechen begangen; aber das bedeutet nicht, daß alles was die Nazis taten, fürchterlich war. Wir können die Euthanasie nicht nur deshalb verdammen, weil die Nazis sie durchgeführt haben, ebensowenig wie wir den Bau von neuen Straßen aus diesem Grund verdammen können.5

Solche Äußerungen, die eine deutsche Schuldabwehr bedienen, waren vor allem deshalb möglich, weil Singer nicht als Nazi wahrgenommen6 wurde, sich vom Nationalsozialismus distanzierte und somit nicht unter dem Verdacht stand, mit Rechten zu sympathisieren. Zudem formulierte er scheinbar wohlklingende Ziele: Er will Armut beseitigen, problematisiert bestimmte Formen von Rassismus (eben nur bestimmte Formen (!) von Rassismus) und setzt sich für Tierbefreiung ein. Die entschuldende Wirkung im Hinblick auf die deutschen Verbrechen im Nationalsozialismus wurde damals in der bürgerlichen Presse dankend angenommen. Die überregionale Zeitung die Die Zeit feierte Singer deswegen und veröffentlichte eine ganze Reihe pro Singer Positionen.

Der Bruch lag für die radikale Linke und Behinderten-Gruppen klar auf der Hand. Singer als aufstrebender Wissenschaftler und ›Querdenker‹legitimiert und stimuliert eine Euthanasiedebatte ›frei‹ von deutscher Geschichte. Damit sollte wieder verhandelbar sein, welche Menschen durch die ›Bereinigung‹ von moralischen Bedenken umgebracht werden dürfen. Bis zum Auftreten Singers war in der bundesrepublikanischen Debatte eines klar: Wer Euthanasie befürwortet, ist ein Nazi. Euthanasie war innerhalb der deutschen Gesellschaft nach 1945 nicht mehr vertretbar und das aus gutem Grund. Die Ermordung von Menschen mit Behinderungen im nationalsozialistischen Deutschland war eben kein Missbrauch eines ›neutralen‹ Euthanasie-Diskurses, wie Singer dies behauptet. ›Neutral‹ war er weder als er in der Weimarer Republik an Bedeutung gewann, noch als die Nationalsozialisten ihn in ihre Ideologie zur Ermordung von Menschen aufnahmen.

Ende der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre wurden Veranstaltungen mit Peter Singer be- und teilweise auch erfolgreich verhindert. Und dies nicht allein, weil hierdurch eine gesellschaftlich breite von ›historischen Lasten‹ freie Euthanasiedebatte möglich wurde, sondern auch weil er rechtsextreme Diskurse absicherte: Singer greift Themen auf, die für Nazi-Argumentationen anschlussfähig sind; er benutzt unkritisch und ohne jede Abgrenzung Ausdrücke der nationalsozialistischen Euthanasiedebatte wie »nicht lebenswert«7; er folgt in seiner Argumentation teilweise Arthur Jensen und Hans-Jürgen Eisenck, die in der extremen Rechten als wissenschaftliche Kronzeugen für die vermeintliche Unterschiedlichkeit von Rassen d.h. Rassismus gelten. Ob Singer mit rechtem Gedankengut kokettiert, naiv oder ignorant ist, was auch immer: Die Rechten können sich auch heute noch bei ihm bedanken. Siegfried Jäger brachte dies Anfang der 1990er Jahre auf den Punkt: »Der Singersche Diskurs ist insgesamt geeignet, rechtsextreme und rassistische Diskurse abzusichern, ihre Glaubhaftigkeit zu stärken.«8 Kurzgefasst: Aus gutem Grund wurde versucht, Veranstaltungen mit Peter Singer zu verhindern!

Die »Praktische Ethik« Peter Singers

Doch was ist eigentlich Singers theoretischer Ausgangspunkt? Was hat Euthanasie mit Antispeziesismus zu tun? Wir werden zeigen, dass Singers Aufhebung der Trennung in die Gattungen Mensch und Tier (Antispeziesismus) und die damit einhergehende fatale Reduzierung von Menschen auf ein kognitives Kriterium – ihre Leidensfähigkeit – Euthanasie legitimiert.

Singer steht mit seiner Ethik in der Tradition des Utilitarismus nach Jeremy Bentham9; genauer spricht man bei Singer von Präferenzutilitarismus. Formen des Utilitarismus erfreuen sich in den Wirtschaftswissenschaften, auch explizit denjenigen neoliberaler Prägung, nach wie vor größter Beliebtheit. Utilitarismus kennt keine Gesellschaft und damit auch keine Strukturen der Ungleichheit, sondern nur eine ›Aggregation des Glückes‹ von Individuen: Das heißt Gesamtglück = Glück von Mensch 1 + Glück von Mensch 2 usw.. Wenn nun einzelne sehr glücklich sind und andere dafür sehr unglücklich, ist das für die neoliberalen Rechenknechte kein Problem – es zählt ja die Gesamtsumme. Das ist bei Peter Singer nicht grundlegend anders, allerdings geht es nun nicht um das Glück, sondern auch um die Berücksichtigung der Präferenzen anderer. In dem Kapitel »Hat eine Person ein Recht auf Leben« klingt dies bei ihm dann so:

Auch für den Präferenz-Utilitarismus [im Verhältnis zum klassischen Utilitarismus; Anmerkung der VerfasserInnen] ist das dem getöteten Wesen zugefügte Übel nur ein zu beachtender Faktor, und die Präferenz des Opfers könnte manchmal durch die Präferenzen von anderen aufgewogen werden.10

Am gewichtigsten ist bei Singer die Präferenz des Nicht-leiden-wollens. Menschen werden hierbei vollständig auf ein Kriterium reduziert: Ihre Leidensfähigkeit. Es geht nicht mehr um Hoffnungen, Wünsche, Utopien, menschliches Miteinander, Selbstorganisation, das kollektive in-die-Hand-nehmen der eigenen Geschichte; es geht nur noch darum, nicht allzu sehr zu leiden. Aber schlimmer noch: Dieser Aspekt soll auch noch berechenbar, ›objektiv‹ vergleichbar werden. Peter Singer überträgt hier sogar die fragwürdige wirtschaftswissenschaftliche Theorie vom »Grenznutzen«11 auf Menschen. Das ist genau die instrumentelle Vernunft, die kälte, gegen die die Kritische Theorie schrieb. Plastisch wird dies anhand der Beispiele, die Singer wählt: Immer wieder steht der nüchterne Betrachter vor der Wahl, wen er töten12 soll, damit es anderen besser geht. Im Sinne der Ethik Singers soll ›rational‹ entschieden werden – ohne lästige Emotionen oder Gewissensbisse, wer umgebracht werden kann. Singers Rationalität basiert darauf, dass er die Trennung in die Gattungen Mensch und Tier insofern auflöst (Antispeziesismus), dass er sie durch eine neue ersetzt: Die von so genannten nichtmenschlichen und menschlichen Personen. Dies ermöglicht es ihm, den Personen-Begriff neu zu bestimmen und eine Einteilung in ›Personen‹ und ›Nicht-Personen‹ vorzunehmen. In seiner Denkart sind Schäferhund und Schimpanse Personen, behinderte Säuglinge im ersten Lebensmonat nicht. Hühner oder Fische übrigens auch nicht: die sind ihm zu blöd. Menschen, die beispielsweise durch einen Autounfall so schwer behindert werden, dass sie nicht mehr selbst sagen können, ob sie weiter leben wollen, nimmt Singer diese Entscheidung gerne ab. Behinderung und sich nicht in einer bestimmten Art und Weise äußern zu können, sind für Singer Kriterien des Ausschlusses, oder wie Jobst Paul schrieb »Kriterien für ›erlaubtes Töten‹«13, wie sie im Kapitel »Rechtfertigung nichtfreiwilliger Euthanasie« Singers Buches nachzulesen sind. Seine Definition von ›Person‹ lebt davon, dass es ein Außerhalb gibt: die »Nicht-Person«. Und die darf bei Bedarf getötet werden. Jobst Paul spitzt dies folgendermaßen zu: »An die Stelle von Schwarzen, Juden, Sklaven oder Ausländern treten die ›Nicht-Personen‹. Die Stelle des Ariers, des Weißen, des Aristokraten oder des Nationalisten nimmt die ›Person‹ ein, eine Leerformel, der beliebige Inhalte zugedacht werden können.«14 Das, was Peter Singer veranstaltet, weist in der Tat mehr Merkmale des Rassismus auf, als dass wir Merkmale des Antirassismus finden könnten. Es geht bei diesem ganzen Ethik-Klumpatsch von Singer nicht darum, einfach mal zu sagen, Töten ist generell nicht akzeptabel, also sollen auch keine Tiere getötet werden. Das Töten von Menschen zu enttabuisieren, überhaupt darüber und über Kriterien zu sprechen, ist eine Wirkung von Singers Ethik und wird zwangsläufig im Konzept des Antispeziesismus mitgeschleppt.

Der ›linke‹ Antispeziesismus und Singer

Seitens einiger ›linker‹ antispeziesistischer Gruppierungen gibt es, wie eingangs erwähnt, Versuche sich von Singer zu distanzieren.15 Dass dies nicht funktioniert, weil Singers Denkart unauflöslich in diesem Konzept verankert ist, dazu kommen wir im nächsten Teil. An dieser Stelle stehen wir erst Mal vor einem Widerspruch, mit dem uns die AntispeziesistInnen konfrontieren. Es gibt also diese Distanzierungsversuche und parallel
auch wieder nicht. Auf der Homepage der HAH findet sich, wenn man lange sucht, eben diese Distanzierung und parallel ein Text, der die singersche Ethik befürwortet und die Frage ihrer Erweiterbarkeit stellt. Es handelt sich dabei um den Text von Christoph Türcke »Mensch und Tier. Philosophie der Psychologie«16 . Dieser stellt einen völligen Ausfall an kritischem Denken17 dar und bezeugt die Unfähigkeit, über neoliberale Ideologie hinauszukommen. Türcke schreibt euphorisch:

Peter Singer prägte analog zu Rassismus und Sexismus einen dritten Begriff: Speziesismus. Dieses Wort sitzt bis heute wie ein Stachel im moralischen und anthropologischen Diskurs. Es tastet wie keines zuvor die Sonderstellung des Menschen an und läßt alle Fähigkeiten, die Lebewesen auszeichnen, hinter einer einzigen zurücktreten: ihrer Fähigkeit, zu leiden.18

Ist es nicht wunderschön? Radikaler als alles bisher da gewesene, modern, einfach, eindeutig! Nein, es ist gar nicht schön. Es ist gruselig. Es ist der Ausstieg aus kritischem Denken und Geschichtsbewusstsein. Und das, was so verlockend nach Ausdehnung der Utopie der Gleichheit aller auf Tiere klingt, ist eher die weitere Ausdehnung der Barbarei auf Menschen.

Türcke thematisiert in seinem Artikel das Abwägen von Todesurteilen. Für seinen ›Kriterienkatalog‹, wer denn getötet werden soll und wer nicht, beruft er sich auf ›biologische Fakten‹, wie das »Nervensystem«, dessen unterschiedliche Entwicklung sich in Türckes Logik auf das Schmerzempfinden auswirkt. Und somit müsse das Kriterium der Leidensfähigkeit nach entsprechenden Abstufungen ausgerichtet werden. Leidensfähigkeit wird bei Türcke also biologisch determiniert. Der aktuell dominante biologische Diskurs und seine Machtförmigkeit werden selbst nicht hinterfragt, ganz im Gegenteil.

Allerdings ist Christoph Türcke aufgefallen, dass das mit dem Aussprechen von Todesurteilen bei Singer und überhaupt das Abwägen, wer denn getötet werden soll und wer nicht, trotz biologischer Fakten‹ doch nicht so einfach ist, wie Singer sich das vorstellt. Er problematisiert, dass für eine »ethische Selbstbesinnung« in Singers Konzept kein Platz sei und dessen »ethische Nüchternheit« etwas weit ginge. Nochmal: Auf der Internetseite der HAH steht unkommentiert und damit unter Zustimmung der Gruppe ein Text, in dem es darum geht, wie unter
›ethischen‹ und antispeziesistischen Vorzeichen und mit Verwendung bestimmter Selektionskriterien Todesurteile zu sprechen sind! Zurück zu Türcke. Er problematisiert also das Abwägen von Todesurteilen und den Mangel an »ethischer Selbstbesinnung« in Singers Ausführungen. Dem begegnet er mit Adorno, mit dessen Worten »Frei wäre erst, wer keinen Alternativen sich beugen müßte, und im Bestehenden ist es eine Spur von Freiheit, ihnen sich zu verweigern.« Adorno wird also eben Mal auf »ethische Selbstbesinnung« reduziert. Adorno geht es hier aber um etwas ganz anderes: um die Notwendigkeit einer grundlegenden Veränderung der Gesellschaft – ganz im Gegensatz zu Singer oder Türcke. Letzterer verwendet seine Adorno-Interpretation, um Singer’s ›ethischen Kriterienkatalog‹ durch die Option der Verweigerung zu erweitern, nicht um sie zu verwerfen. Verweigerung meint bei Türcke nicht, sich radikal einer Entscheidungsfindung zur Tötung von Menschen zu entziehen und diese mit Adorno zutiefst zu kritisieren. Was hier passiert, ist einer menschenverachtenden Ideologie das Mäntelchen Kritischer Theorie überzuziehen mit dem Effekt, dass diese in der Linken diskutierbar wird. Mit solch einem Text wird nicht nur eine menschenverachtende Ideologie forciert, sondern auch die Abwicklung linker Theorie und Geschichte unter antispeziesistischen Vorzeichen.

Das Problem ist des Konzept des Antispeziesismus selbst!

Es ist deutlich geworden, dass sowohl Singer, wie auch das von ihm geprägte Konzept des (Anti-)speziesismus und seine Gefolgschaft keine positiven Bezugspunkte für eine radikale Linke sein können. Sich von Singer unter Verwendung des Begriffs Antispeziesismus und unter gleichzeitiger positiver Bezugnahme auf Singer distanzieren zu wollen, ist ein Ding der Unmöglichkeit und aus mehreren Gründen naiv und politisch inakzeptabel.

Wir gehen jetzt aber mal ein paar Zeilen lang davon aus, es gäbe diesen direkten Singer-Bezug nicht, der menschenverachtende Türcke-Text hätte auf der Homepage der HAH nie existiert. Gibt es einen Antispeziesismus frei der Singerschen Denkart?

Die immanenten Probleme des Konzeptes A.

Um die Antwort vorweg zu nehmen: Nein, denn analysiert man den ›linken‹ Antispeziesismus, so wird das selbe Denkschema wie bei Singer sichtbar. Singers Ideologie lebt von der Unterscheidung in »menschliche« und »nichtmenschliche-Personen«. Diese neue Aufteilung ermöglicht es beliebige oder ständig neu verhandelbare Zuschreibungen darüber zu treffen, wer überhaupt als »Person« und »Nicht-Person« gilt. Wie Jobst Paul gezeigt hat, handelt es sich um eine »Leerformel, der beliebige Inhalte zugedacht werden können«19. Vergessen dürfen wir nicht, dass dies davon abhängt, wer die Definitionsmacht hat. Vor allem die Definitionsmacht über die Kriterien, durch welche die Menschen als ›Person‹ oder ›Nicht-Person‹ eingeordnet werden: Was ist überhaupt »Leidensfähigkeit« und wer bestimmt darüber, wer mehr und wer weniger leidet?

Im Gegensatz zu Singer wird beim ›linken‹ Antispeziesismus nicht mehr von »menschlichen« und »nichtmenschlichen Personen« gesprochen, sondern von »menschlichen« und nichtmenschlichen Tieren«, was bleibt sind Kriterien wie Leidensfähigkeit. Es handelt sich sowohl beim singerschen wie auch beim ›linken‹ Antispeziesismus um die selbe Denkart: Es werden zwei neue Konstrukte kreiert, in die je nach Kriterien und Definitionsmacht, eine schematische Einordnung stattfindet. Wie sieht nun die Definitionsmacht beim ›linken‹ Antispeziesismus aus? Hierzu folgendes Zitat aus dem Internetauftritt der HAH:

Dabei möchten wir anmerken, dass wir es nicht als Speziesismus ansehen, wenn nichtmenschliche Tiere mangels alternativer pflanzlicher Nahrung getötet werden, z.B. von Inuits oder in einer Notsituation in der kein anderer Ausweg zur Lebenserhaltung als eine Tötung möglich erscheint.20

Hier wird ausgesagt, dass es nicht speziesistisch sei, wenn Inuits als »menschliche Tiere«, die »nichtmenschlichen« jagen und essen. Inuits werden zwar nicht gleich zu AntispeziesistInnen, aber ihr Handeln ist zumindest nicht speziesistisch, also verwerflich. Aus was für einer Haltung heraus ist es möglich, so zu argumentieren? Aus einer eurozentristischen, in der es eine zunehmende Tendenz gibt, Essen als Entscheidung zur ethisch korrekten »Lebenserhaltung« zu begreifen. Und aus einer rassistischen, die davon ausgeht, Inuits (ob alle oder einzelne ist nicht klar) leben im Eis, gepaart mit einem romantisierenden Glauben, sie würden zu ihrem Fleisch nie eine Konservendose aufmachen. Gehen wir einmal davon aus, Inuits tun das einfach, sie essen mittags einen Teller voll Fleisch, Fisch und Gemüse ohne in einer »Notsituation« zu sein. Aus was für einer Haltung heraus kann dann antispeziesistisch argumentiert werden? Aus einer paternalistischen, die davon ausgeht, dass Menschen in anderen Kulturen nur etwas nicht begriffen hätten, ohne sie zu fragen. Und aus einer modernisierungstheoretischen, die davon ausgeht, dass die anderen, hier die Inuits, nur die selbe Entwicklung nachholen müssten, hier implizit die Fähigkeit des Verzichts auf Fleisch und Fisch, um auf den ›richtigen‹ Weg zu kommen. Aber immerhin sind Inuits in diesem Zitat noch »menschliche« und keine nichtmenschlichen Tiere«; was ihnen zur Vervollkommnung fehlt, ist das Kriterium dahingehend entscheidungsfähig zu sein, kein Fleisch zu essen. Dieses Kriterium, dass es den Inuits, obwohl es ihnen fehlt, ermöglicht, nicht speziesistisch zu sein, scheint umweltperspektivisch geprägt (Mangel an pflanzlicher Nahrung). Bei Türcke wurde sichtbar, dass diese Kriterien auch gerne mal biologisch determiniert sein können, aber der sollte ja in diesem Absatz nicht erwähnt werden.

Bei beiden Konzepten des Antispeziesismus, dem singerschen und dem ›linken‹, entsteht die Möglichkeit der Verhandelbarkeit, dessen was einen Menschen oder – ungern gesagt – eine »Person« oder »menschliches Tier« ausmacht. Beide Konzepte ermöglichen die Diskussion darüber, wer überhaupt als solche gelten und welche nicht, je nach aktuell dominantem Diskurs, mal biologisch, mal ökologisch. Solch eine Denkweise eröffnet lediglich neue und verschleiert alte Diskriminierungen. In letzter Konsequenz bietet die Denkart des Antispeziesismus mit ihrer Verhandelbarkeit der Kategorie Mensch immer die Möglichkeit, jemanden ›zur Tötung frei zu geben‹ und ist deshalb grundfalsch und zu verwerfen.

Allerdings stoppt der ›linke‹ Antispeziesismus nicht mit seiner Trennung in »menschliche« und »nichtmenschliche Tiere«. Es handelt sich im antispeziesistischen Sinn lediglich um eine Übergangsphase in die Wahrnehmung einer Vielheit von Individuen. Hier stehen wir wieder vor einem Widerspruch, denn diesen Anspruch kann das Konzept des ›linken‹ Antispeziesismus nicht erfüllen. Nicht, dass es uns glücklicher machen würde, wenn er es könnte: Der Neoliberalismus lässt grüßen. Uns geht es vielmehr um einen kollektiven Kampf um eine emanzipatorische Gesellschaft. Aber eine Diskussion über die Gestaltung dieser Gesellschaft werden weder die AntispeziesistInnen noch wir mit den Hunden in der Volxküche oder mit den Maschseeenten21 führen. Weil die sich nicht politisch äußern, bleibt es ausschließlich Projektion der AntispeziesistInnen, was am besten für sie ist. Das heißt, die AntispeziesistInnen sagen nur das, von dem sie meinen, dass die Enten, Hunde und Blattläuse es sagen würden, wenn sie könnten. Können sie aber nicht, was, zynisch gesprochen, sehr praktisch ist, da die subjektivierten Tiere als neue revolutionäre Subjekte so nicht widersprechen können, aber eben Mal zum Individuum erklärt werden. Es können aber keine Individuuen unter Tieren wahrgenommen werden: Wer kann wissen, ob das eine Huhn die Legebatterie nicht ganz anders empfindet als das andere Huhn? Die Projektion macht sie dann doch wieder zu Exemplaren der gleichen Gattung. Das heißt, der Status des Individuums basiert nicht auf politischer Selbstbestimmung, sondern auf subjektivierender Projektion. Diese Projektion ignoriert und verschleiert, dass Menschen mit Menschen über Tiere sprechen. Auch bei den AntispeziesistInnen bleibt das Herrschaftsverhältnis zwischen Menschen und Tieren bestehen und wird – wie das Beispiel der Inuit zeigt – sogar noch auf Menschen ausgedehnt.

Antispeziesismus gegen rechts?

Abgesehen davon, dass wir bisher absolut keinen positiven Bezugspunkt an dem Konzept des Antispeziesismus finden, versuchen wir wieder, alles bisher Gesagte zu verdrängen. Gehen wir noch einmal davon aus, der Türcke-Text existiert nicht und die Denkart des ›linken‹ Antispeziesismus hätte mit Singer nichts zu tun. Es ist einfach jemand auf die Idee gekommen, sich irgendwo einen Begriff zu klauen, diesen neu zu füllen und damit Politik zu machen. Was wäre dann?

Es funktioniert nicht, denn der Begriff des Antispeziesismus ist auf das Engste mit Peter Singer verbunden und dies schon auf der schlicht quantitativen empirischen Ebene. Um das wahrzunehmen, reicht schon ein kurzer Blick auf die Seite der deutschen Ausgabe von Wikipedia22. Das heißt, wenn man das Schlagwort Antispeziesismus im Internet sucht und versucht, daraus schlau zu werden, was es bedeutet, kommt man garantiert bei der Variante Singers an, die Anknüpfungspunkte für Rechte bietet. Das heißt wiederum auch, dass man mit diesem Wort auf dem Transparent oder Flugblatt – ob man das will oder nicht – automatisch auch Werbung für rechte Gruppen macht. Damit meinen wir den brau-
nen Rand der Tierrechtsbewegung wie er in Der Rechte Rand (Nr. 108, September / Oktober 2007)23 ausführlicher dargestellt wurde.

Im Bereich Tierschutz, Tierrechte etc. herrschen Positionen vor, die sich kein Stück für Gesellschaftskritik interessieren, denen es fast ausschließlich um Tiere geht und denen Menschen egal sind. Als Beispiel kann man sich die Links auf der Seite von Tierrecht aktiv in Hannover24 anschauen: Da ist nichts, was über den eigenen begrenzten Themenbereich hinausgeht. Allerdings sind diverse Organisationen verlinkt, die kein Problem damit haben, mit Nazis zusammenzuarbeiten, solange es nur den Tieren dient.

Wie gesagt, sind wir im letzten Absatz einmal kurzzeitig davon ausgegangen, was wäre, wenn der Antispeziesismus ein positives linkes Konzept wäre. In Bezug darauf müssten wir zugeben, dass das Problem, dass linke Begriffe und Konzepte Anknüpfungspunkte bieten und vereinnahmt werden, auch andere unserer Konzepte und Begriffe haben. Sie werden häufig in andere vor allem dominante Diskurse aufgenommen und inhaltlich so transformiert, dass ihnen der herrschaftskritische Zahn fehlt. Beim Antispeziesismus haben wir aber den umgekehrten Fall. Ein bereits determinierter Begriff will von einer politischen Randerscheinung neu gefüllt werden. Das funktioniert nicht. Und an dieser Stelle müssen wir auch den Kontext wieder zurückholen, den wir zu Beginn dieses Absatzes ausgeblendet hatten. Einer der großen Unterschiede ist eben, dass es ja gar nicht als problematisch angesehen wird, mit dem singerschen Antispeziesismus in einen Topf geworfen zu werden. Bei sich als links verstehenden Gruppierungen, wie den HAH oder der Tierrechts Aktion Nord, scheint der Bezug auf Peter Singer kein Problem zu sein, trotz punktueller Distanzierung.25

Distanziert wird sich auch gerne von den unsäglichen Holocaustvergleichen von Peta und anderen, aber das bringt ebenso wenig, wie sich von Singer zu distanzieren. Die den Begriff Antispeziesismus ernst nehmen, haben jegliches Instrument der Kritik dazu aus der Hand gegeben: Wenn eine Trennung in Mensch und Tier abzulehnen sein soll, also von allen Aspekten der Menschlichkeit abstrahiert wird und Kriterien aufgestellt werden, wie Glück, Leid oder sonstwas zu empfinden, woran ist dann bitte noch ein Unterschied zwischen einer Legebatterie und Auschwitz festzumachen? Die Gleichsetzung der Tötung von Tieren mit der Ermordung von Menschen in Auschwitz – wie sie beispielsweise von Peta praktiziert wird – nivelliert den Zivilisationsbruch, den Auschwitz ausmacht. Das ist erstens eine Ungeheuerlichkeit den jüdischen Opfern gegenüber, deren Gedenken mit Füßen getreten wird, entbehrt zweitens jeglichen Verständnisses von Antisemitismus und der Dynamik, die zur Ermordung der europäischen Juden führte und bedient drittens den öffentlichen Diskurs, der versucht, den Nationalsozialismus kleinzureden, um wieder stolz auf Deutschland sein zu können.

Antispeziesismus ist hier nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. Sobald sich in die antispeziesistische Logik hineinbegeben wird, gibt es kein Außen mehr. Und so entsteht der nächste Widerspruch: Es wird sich seitens der ›linken‹ AntispeziesistInnen zwar von PETA und Co distanziert, aber ebenso die Schublade mit den Konzentrationslagern bedient, die in gravierender Weise die Ermordung der Jüdinnen und Juden in Nazi-Deutschland entpolitisiert: Beispielsweise findet sich auf der Seite der Tierrechts Aktion Nord eine Rezension zum Buch »Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka« von Charles Patterson26. Erst gegen Ende der sonst durchaus wohlwollenden Rezension schlägt die Autorin das Buch Moderne und Gewalt. Eine Genealogie des Nazi-Terrors von Enzo Traverso als ergänzendes »Korrektiv« zu »Pattersons aus dem historischen Lot geratenen populärwissenschaftlichen Studie« vor.

Weshalb das Label Antispeziesismus nach dem bereits gesagten insbesondere helfen soll, sich gegen rechts abzugrenzen, wie dies vielfach behauptet wird, bleibt ein Rätsel. Ganz im Gegenteil: Wenn es um die Abwicklung und Entpolitisierung deutscher Geschichte geht, um »Euthanasie« – oder expliziter: das Infragestellen des Tötungsverbots – bietet der Begriff wie schon der Singer-Diskurs ganz hervorragende Anknüpfungspunkte für Nazis.

Fazit: kein Fussbreit dem Antispeziesismus!

Dass die singersche Ethik aus linksradikaler Perspektive zu kritisieren und zu verwerfen ist, ist keine Frage. Zu Recht wurde gegen das Auftreten von Singer vor rund 20 Jahren Widerstand geleistet. Und heute? Singer tritt wieder in Deutschland auf; der (Bio)Ethik-Diskurs ist soweit vorangeschritten, dass ›Ethik‹ in Form von ExpertInnenengremien, meist mit utilitaristischer Prägung, institutionalisiert ist. Es wird öffentlich über die Kriterienkataloge für »aktive Sterbehilfe« (Euthanasie) diskutiert. Es geht eben nicht darum, würdevoll leben zu können, sondern würdevoll zu sterben. Und auf‘m Flur steht der ›linke‹ Antispeziesismus. Dieser bietet, wie schon die singersche Ethik, Anküpfungspunkte an rechte Ideologie und überholt jeden neoliberalen Bioethiker in seinen Machbarkeitsphantasien, wie Türcke gezeigt hat. Mit dem Unterschied, dass es für Bioethiker in der BRD immer noch problematisch ist, sich öffentlich auf Singer zu beziehen, für ›linke‹ AntispeziesistInnen nicht. Bei den ›linken‹ AntispeziesistInnen zeigt sich eine zweigleisige Politik. Unter Bezugnahme auf Singer, wird sich von ihm distanziert. So finden sich auf der Homepage der HAH Texte mit positiver Bezugnahme auf Singer, wie der von Türcke, und gleichzeitig eine Distanzierung zu Singer an anderer Stelle. Ob die Distanzierung bloße Rethorik ist oder nicht, auf jeden Fall ein Widerspruch. Beides geht für sich gesehen nicht. Die menschenverachtende Diskussion zur Erweiterung des ›ethischen‹ Kriterienkatalogs zur Tötung von Menschen geht nicht. Die Bezugnahme auf Singer geht nicht. Die Vereinnahmung kritischer Theorie zu neoliberalen Zwecken geht nicht. Schließlich funktioniert die Distanzierung von Singer nicht. Der Denkmechanismus des Antispeziesismus, ob links, rechts oder neoliberal, bleibt der gleiche. Es geht bei allen darum, neue Kategorien zu schaffen und Menschen nach bestimmten Kriterien einzuordnen, je nach Weltbild und Definitionsmacht. Was bleibt, sind neue oder alte Diskriminierungen durch Zuordnungen nach bestimmten Kriterien. Und dieser Denkmechanismus, dem die Diskriminierung immanent ist,
egal wie der Gesellschaftsentwurf aussieht, ist einer der Hauptpunkte, weswegen alle möglichen Gruppen sich unter dem Label Antispeziesismus versammeln können und gegenseitige Anknüpfungspunkte finden. Betrachtet man zum anderen die Distanzierung der AntispeziesistInnen von Singer aus historischer Perspektive, zeigt sich eine fatale Wiederholung auf der Ebene der politischen Auswirkungen. Wie Singer den Euthanasiediskurs ›frei‹ von deutscher Geschichte stimulierte, in dem er sich von Nazi-Deutschland distanzierte und als Freigeist‹ auftrat, so wirkt der ›linke‹ Antispeziesismus, der mit dem Flair von Jugendrevolte und Modernität auftritt, durch seine Distanzierung zu Singer und darüber hinaus zu Peta und Co ›frei‹ von deren Ideologie. Das Konzept des Antispeziesismus ist aus unserer Perspektive kein linkes, wird und darf auch nie eines werden. Wer es verwendet, macht sich zum Feigenblatt für Euthanasie-BefürworterInnen, fleißige UmschreiberInnen der deutschen Geschichte und nicht zuletzt für Nazis und forciert nicht zuletzt den aktuellen neoliberalen Ethikdiskurs.

Was fehlt, ist sicher eine gemeinsame Utopie. Aber soviel ist klar: Unsere Utopie sieht nicht antispeziesistisch aus! Und darum fordern wir alle auf, den AntispeziesistInnen den Kongress im UJZ Korn in Hannover und anderswo zu verweigern!

AK Gibraltar, Hannover, Juli 2008

Die original PDF-Datei, die mit der Papierversion identisch ist, die in Hannover auslag, findet ihr hier.

  1. http://projekte.free.de/hah/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=25&Itemid=8 Es handelt sich hier um die Homepage der Herrschaftskritischen AntispeziesistInnen Hannover [zurück]
  2. http://projekte.free.de/hah/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=1&Itemid=12 [zurück]
  3. ›Wir‹ bezieht sich in diesem Text auf die AutorInnen. [zurück]
  4. Zu der Vorbereitungsgruppe des Kongresses zählen nach eigenen Angaben neben der HAH, die AG SojaMilchKuh von Alerta, der AK Tierrechte von Janun e.V. sowie Einzelpersonen. http://kongress.antispe.org/?page_id=6 [zurück]
  5. Peter Singer: Praktische Ethik. Reclam / Stuttgart 1984. S. 210 [zurück]
  6. Ob Singer ein Nazi ist oder nicht ist eine andere Diskussion. Für seine Wirkung auf den öffentlichen Diskurs, die wir hier schildern, ist das allerdings unerheblich, solange er nicht als solcher wahrgenommen wird. [zurück]
  7. Praktische Ethik. S. 181f. Sprachlich ist hier das ganze Kapitel »Rechtfertigung nichtfreiwilliger Euthanasie« (Es heißt tatsächlich so! S. 178ff) sehr aufschlussreich. Dieser Titel ist von Singer keineswegs ironisch oder kritisch gemeint. Beispielsweise: »[D]ie Tötung eines behinderten Säuglings ist nicht moralisch gleichbedeutend mit der Tötung einer Person. Sehr oft ist sie überhaupt kein Unrecht.« (S. 188). [zurück]
  8. Siegfried Jäger und Jobst Paul: Von Menschen und Schweinen. Der Singer-Diskurs und seine Funktion für den Neo-Rassismus. Duisburg 1992. Übrigens ein sehr lesenswertes kleines Heftchen. [zurück]
  9. Karl Marx charakterisierte Bentham als »Ein Genie in der bürgerlichen Dummheit«. Auch 250 Jahre später sind Benthams Ideen nicht richtiger oder kritischer geworden. Doch Singer beruft sich uneingeschränkt positiv auf ihn. [zurück]
  10. Praktische Ethik. S. 113 Hier ist Singer von der Euthanasie-Diskussion der Nazis vollkommen ununterscheidbar: Auch diese sind zu dem Schluss gekommen, dass für die Präferenzen von vielen, also das Wohl des Volkes, ruhig mal wer umgebracht werden kann. [zurück]
  11. Praktische Ethik. S. 36 Grenznutzen ist ein dick aufgetragenes Wort dafür, dass beispielsweise für jemanden, der nur ein Paar Schuhe hat, ein weiteres Paar nützlicher ist, als für jemanden, der bereits zehn Paare hat. Mit solchen Banalitäten können sich die Wirtschaftswissenschaften gerne beschäftigen. Das Fatale ist allerdings, dass Singer solche Rechnungen auf Menschen überträgt. [zurück]
  12. Das »Töten« zieht sich durch das ganze Buch »Praktische Ethik«. Bei vieren der zehn Kapitel des Buches taucht das Wort schon in der Überschrift auf. [zurück]
  13. Von Menschen und Schweinen. S. 31 [zurück]
  14. Von Menschen und Schweinen. S. 37 [zurück]
  15. http://projekte.free.de/hah/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=24&Itemid=8 So versteckt wie dieser Text ist, kann kaum noch von einer öffentlichen Distanzierung gesprochen werden. Auf http://antispe.org ist gar keine Distanzierung zu finden. Auf den Seiten der Tierrechts Aktion Nord gibt es immerhin Buchrezensionen, in denen sich in einzelnen Absätzen deutlicher von Singer distanziert wird. [zurück]
  16. http://projekte.free.de/hah/cms/index.php?option=com_frontpage&Itemid=1 [zurück]
  17. Zu allem Überfluss schreibt Türcke völlig unkritisch und unreflektiert von Rassen. [zurück]
  18. http://projekte.free.de/hah/cms/index.php?option=com_frontpage&Itemid=1 [zurück]
  19. Von Menschen und Schweinen. S. 37 [zurück]
  20. http://projekte.free.de/hah/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=1&Itemid=12 [zurück]
  21. Der Maschsee ist ein See in Hannover. [zurück]
  22. Denjenigen, die jetzt entgegnen wollen, der Begriff Speziesismus kommt von Richard Ryder, sei empfohlen mal auf die Wikipedia-Seite über ihn zu schauen. Da ist nachzulesen, dass erst Peter Singer den Begriff bekannt machte. [zurück]
  23. auch unter http://antispe.org/text/der-braune-rand-der-tierrechtsbewegung [zurück]
  24. http://www.tierrechtaktiv.de/ , eine der Gruppen, mit den die HAH die Kampagne gegen die Pelzgeschäfte in der Innenstadt Hannovers machte, wie den Flyer, die im UJZ Korn Hannover auslagen, zu entnehmen war. [zurück]
  25. Beispielsweise folgende Rezension zu Peter Singers Buch »Henry Spira und die Tierrechtsbewegung« http://tan.pflanzenmoerder.de/texte/spira.html auf der Internetseite der Tierrechts Aktion Nord. Allerdings empfiehlt die Autorin das Buch nur als »Lektion für erfolgreiche Kampagnen-Arbeit« und kritisiert Singers Utilitarismus scharf. [zurück]
  26. http://tan.pflanzenmoerder.de/texte/eternalt.html [zurück]